Tanya Stewner

Interviews

Bücher Magazin
Samstag, 25. Februar 2012
Bücher Magazin

„Wissen Sie, wie ein Känguru klingt?“

 

Die inzwischen siebenbändige Kinderbuch-Reihe „Liliane Susewind“ ist Lesern im Grundschulalter bestens bekannt. Die sympathische, junge Tierdolmetscherin Lilli kann mit Schimpansen, Hunden, Pandas kommunizieren. BÜCHER-Magazin sprach mit der Autorin Tanya Stewner über die Figur Liliane, das Anderssein und ihre eigene verzögerte Liebe zu Büchern.

Frau Stewner, Sie lassen Ihre Figur Liliane mit Tieren sprechen. Ein Wunsch, den Sie als Kind selbst hatten?

Ich denke ja. Ich hatte einen Hund namens „Terry“, er war ein Fox Terrier. Er gehorchte nicht immer und ich stellte mir oft die Frage, wie es sein würde, wenn er mich verstehen könnte. Liliane hat auch einen Hund, Bonsai. Das ist wohl auf meine eigene Geschichte zurückzuführen.  Ich glaube, dass viele Menschen – Erwachsene und Kinder – gerne die Gabe hätten, mit Tieren und Pflanzen sprechen zu können. Liliane hat dieses Glück.

Ertappen Sie sich dabei, dass Sie mit Ihren Haustieren sprechen?

Ich habe zwei Katzen. Klar kommt es vor, dass ich mit ihnen spreche, aber sie verstehen mich nicht! (Lacht.) Öfter aber passiert es, dass mein Mann und ich den Tieren etwas in den Mund legen, also unsere Stimme verstellen, als würden unsere Katzen sprechen. Das machen wir natürlich nur zum Spaß! Wenn ich meine Bücher schreibe, höre ich die Stimmen der Tiere im Kopf. Katzen sprechen anders als Schimpansen. Bei Lesungen weiß ich genau, wie ich die Stimmen darstellen muss.

Über die Tierwelt zu schreiben, setzt Recherche voraus. Studieren Sie das Verhalten der Tiere?

Natürlich. Wissen Sie denn, wie ein Känguru klingt? Wie ein Affe sich bewegt? Zuerst versuche ich mich über das Internet zu informieren. Ich sehe mir Videos auf YouTube an. Aber das reicht oft nicht: Ich frage Tierärzte oder gehe in den Zoo. Für den Band „Schimpansen macht man nicht zum Affen“ verbrachte ich einen Tag vor dem Affenhaus, um die Geräusche und Gesten der Schimpansen zu recherchieren.

Mit Tieren leben und arbeiten – das ist ein Traum vieler Mädchen. Haben Sie sich informiert, wofür junge Mädchen gerade schwärmen?

Nein. Ich habe einfach drauf losgeschrieben, nachdem ich eine ungefähre Geschichte und Figuren im Kopf hatte. Den Namen Liliane Susewind träumte ich übrigens.  Wenn man nur Themen wählt, um gut anzukommen, ist das heuchlerisch.  Ich orientiere mich nicht an Trends und Vorlieben. Sonst wäre ich bei Vampir-Geschichten gelandet. Mein Ziel ist es, Bücher zu schreiben, die ich selbst gerne gelesen hätte.

Was haben Sie in der Grundschule gelesen?

Ich hatte eine schwierige Grundschulzeit und habe spät Lesen und Schreiben gelernt. Ich hatte einen schlechten Start in der Schule, wurde ausgegrenzt. Warum, das weiß ich nicht. Meine Lehrer vermuteten, ich sei Legasthenikerin. Das  war eine Fehldiagnose, die aber dazu führte, dass ich lange Zeit Angst vor Büchern hatte.  Erst in der Gesamtschule – ich hatte neue Lehrer, neue Mitschüler – legte sich der Schalter um. Ich wurde eine richtige Leseratte. Mit zehn habe ich meine erste Kurzgeschichte über Pferde geschrieben.

Das Anderssein ist zentrales Motiv der Liliane Susewind-Bücher. Verarbeiten Sie eigene Erlebnisse?

Liliane ist durch ihre Gabe anders, sie fällt aus der Norm. Ich stellte mir damals, als ich die Figur schuf, die Frage: Kann ein Kind glücklich sein, wenn es anders ist? Natürlich sind hier auch autobiografische Züge enthalten. Es steckt immer ein Teil von einem selbst in einer Geschichte. Es sind Gefühle, die man selbst erlebt hat. Ich denke, es wäre daher eine Herausforderung für mich, eine Reihe nur für Jungen zu schreiben. Liliane ist für Mädchen und Jungen.

Wie haben sich Kinderträume seit Ihrer Jugend verändert?

Heute gibt es andere und mehr Vorbilder als früher: Kinder wollen Top-Model oder Superstar werden. Die Medien geben viel vor. Das war früher nicht so ausgeprägt. Die Grundsehnsüchte von damals und heute sind aber ähnlich: Wir wünschen uns Anerkennung, wollen dazugehören. Das ist bei Erwachsenen und Kindern so.

Lilianes Vater ist Hausmann, die Mutter Karrierefrau, die Großmutter technikbegeistert. In Ihren Büchern brechen Sie mit konventionellen Rollenbildern.

Meine Figuren sind im Kopf entstanden, es war kein geplantes Ziel, kontrovers zu sein. Aber vielleicht ist die Konstellation darauf zurückzuführen, dass die Rollenbilder in meiner Familie sehr traditionell waren. Meine Mutter war Hausfrau und mein Großvater mochte Technik. Er war Handwerker.

Was machte Sie zur Autorin von Kinderbüchern?

Ich sehe mich nicht nur als Kinderbuchautorin. Neben den Liliane-Büchern ist etwa  auch das Buch „Das Lied der Träumerin“ erschienen (Anmerkung: ab 16 Jahren). Es handelt davon, die eigenen Sehnsüchte zu erfüllen. Ich habe auch eine Idee für ein Jugendbuch. Wichtig ist mir die Freude am Schreiben. Es fällt mir leicht für Kinder zu schreiben. Das liegt wohl an meiner kindlichen Ader. Ich kann sehr unbeschwert sein, habe eine gewisse Albernheit, kann mich gut in Kinder hineinversetzen. Ich bin froh, dass ich mir diese Züge erhalten habe.

Lesen Sie selbst Kinderbücher?

Ja. Aber wenn ich im Zug sitze und ein Kinderbuch lese, werde ich oft schräg angesehen. Das irritiert mich. Kinderbücher sollten nicht einen geringeren Stellenwert haben. Es kann so viel in ihnen stecken.

Das Interview führte Emily Walton

Quelle: buecher.de


Montag, 17. Oktober 2011
CINEMA IN MY HEAD PROUDLY PRESENTS
11 Fragen an TANYA STEWNER

Foto: Caroline Schreer

Woher kam die Idee zu "Das Lied der Träumerin"?
Tanya Stewner: 1996, als ich nach London kam, habe ich “Das Lied der Träumerin” begonnen. Ich hatte vorher schon öfter Romane angefangen, aber keinen zu Ende geschrieben. Als ich dieses Buch zu schreiben anfing, fühlte es sich anders an, so, als müsse ich dieses Buch schreiben. Vor allem lag das bestimmt daran, dass ich dabei sowohl meine übersprudelnde Liebe für das Leben und als auch sehr persönliche Erfahrungen festhalten und ausdrücken konnte. Teilweise war das Manuskript wie ein Tagebuch für mich, das ich an manchen Tagen wie im Wahn geschrieben habe. Ich habe insgesamt zwei Jahre in London gelebt, und das Buch enthält die Essenz dieser für mich so wichtigen Zeit. Zurück in Deutschland habe ich die “Träumerin” dann immer wieder überarbeitet, und das hat insgesamt zehn Jahre gedauert. Erst im Frühjahr 2006 war das Buch fertig. Es hat trotzdem noch zwei Jahre gedauert, bis ich mich getraut habe, es meinem Verlag anzubieten (Liliane Susewind war da schon längst auf dem Markt). Die Träumerin ist derart persönlich, dass ich Angst davor hatte, der Welt mit diesem Buch so ungeschützt mein Herz zu zeigen. Gleichzeitig wusste ich aber, dass ich es tun muss. Denn wenn ich selbst lese, suche ich nach genau solchen Büchern – Bücher, in denen der Autor es mir erlaubt, in seine Seele zu blicken. Schließlich fand ich aber den Mut, das Manuskript meinem Verlag anzubieten. Dort stieß ich auf sehr positives Echo und alles andere ergab sich ganz von selbst. Inzwischen freue mich, dass ich der Welt ein Stück meines Innersten zeigen darf. Denn das ist wahrlich ein Geschenk und Privileg, und wenn ich mit diesem Buch gleichzeitig etwas an die Leser zurückschenken kann, dann hat sich mein Traum erfüllt.

Wie sieht der Arbeitsalltag für Sie als Schriftsteller/in aus?
In welcher Umgebung schreiben Sie am liebsten?
Tanya Stewner: Ich gebe viele Lesungen und bin deshalb viel unterwegs. Wenn ich dann mal einen richtigen Schreibtag habe, freue ich mich immer schon vorher darauf und fange morgens auch früh an. Ich habe eine kleine Schreibecke unterm Dach. Da sitze ich auf einem alten Sofa mit meinem Laptop auf dem Schoß und kann zwischendurch durch das Dachfenster in den Himmel gucken, um die Gedanken fliegen zu lassen. Im Sommer sitze ich auch gern auf dem Balkon oder unter einem Baum im Garten.

Was war es für ein Gefühl, das erste Exemplar des 1. eigenen Buches in den Händen zu halten?
Tanya Stewner: Mein Traum, Schriftstellerin zu werden, war in diesem Moment in Erfüllung gegangen. Ich hab vor Freude geheult.

Wie würden Sie sich selber mit 3 Worten beschreiben?
Tanya Stewner: Fröhlich, freundlich, offen.

Hatten Sie Einfluss auf das Cover?
Tanya Stewner: Ja. Zuerst haben wir mit Fotos herumexperimentiert, aber irgendwie passte das nicht. Als ich dann die Illustration mit dem Kopfhörer zum ersten Mal gesehen habe, hat irgendwas "Ja" in mir gemacht, und ich verlasse mich bei sowas immer auf mein Bauchgefühl. Auch, wenn das Cover eigentlich "zu harmlos" für den Inhalt des Buches erscheinen mag, ist es für mich trotzdem einfach DAS Cover für dieses Buch.

Wie sieht ein perfekter Tag für Sie aus?
Tanya Stewner: Wach sein, etwas erleben, etwas lernen, Spaß haben oder auch nicht.

Was ist Ihr größter Albtraum?
Tanya Stewner: Innerlich einschlafen, nichts mehr erleben, nichts mehr lernen, keinen Spaß mehr haben oder doch. :)

Welche Musik mögen Sie/ inspiriert Sie?
Tanya Stewner: Ich liebe vor allem Popmusik, so wie meine Hauptfigur Angelia in „Das Lied der Träumerin“. Ich habe meistens Songs mit ins Buch hineingenommen, die mir selbst etwas bedeuten. ("Don't stop me now" von Queen ist einfach ein Knaller!) Zusammen mit meinem Mann Guido komponiere ich eigene Popsongs. Fünf von unseren Liedern sind sogar auf dem Hörbuch von "Das Lied der Träumerin" zu hören, das von Yvonne Catterfeld gesprochen wird. Mein Traum für unsere Musik ist, dass wir eine Plattenfirma finden und ein richtiges Album herausbringen können, was natürlich schwierig ist. Aber ich weiß ja, dass Träume wahr werden können ...

Wie lange hat es gedauert, ihr erstes Buch an einen Verlag zu bringen?
Tanya Stewner: Einige Jahre! Es war sehr schwer. Erst nach insgesamt 24 Absagen habe ich eine Zusage bekommen (von Fischer Schatzinsel).

Welches Buch, außer ihren eigenen natürlich, hätten Sie selber gerne geschrieben?
Tanya Stewner: „To the lighthouse“ von Virginia Woolf.

Liebe Tanya Stewner, vielen lieben Dank für dieses tolle und ausführliche Interview. Normalerweise gibt es nach dem Interview immer noch einen Song für die Autorin. In diesem Falle gibt es aber einen neuen Post in der Rubrik "Der Sound zum Buch"... ihr werdet selber sehen warum :)))

Das Interview führte: Nicole Huppertz
Literatopia
Montag, 18. Juli 2011

Interview mit Tanya Stewner (16.07.2011)

Schattenkämpferin: Hallo Tanya! Ich freue mich, dass Du ein wenig Zeit findest, um Dich meinen neugierigen Fragen zu stellen. Für die Leser, die Dich noch nicht kennen, erzähl doch bitte kurz, wer Du bist und was Du machst.

Tanya Stewner: Ich bin Schriftstellerin, Songschreiberin und eine Träumerin.

Schattenkämpferin: Nach mehreren Kinderbüchern hast Du jetzt ganz frisch Deinen ersten sogenannten All-Age-Roman “Das Lied der Träumerin” veröffentlicht. Worauf darf der geneigte Leser sich freuen, wenn er das Buch aus dem Regal mit nach Hause nimmt?

Tanya: Auf eine ganz besondere Reise, die einen, wenn man es zulässt, näher an sein eigenes Herz heranführen kann.

Schattenkämpferin: Die Optik des Romans suggeriert auf den ersten Blick eine sehr ruhige Grundstimmung, sodass es auf der Hand liegen könnte, ein Kinderbuch oder einen Jugendroman zu betrachten. Welche Zielgruppe möchtest Du konkret ansprechen und was genau soll Angelias Geschichte vermitteln?

Tanya: Dies ist definitiv kein Kinderbuch, und ich hoffe, dass es nicht dafür gehalten wird. Ein Jugendroman ist es auch nur im weiteren Sinne. Reflektierte Jugendliche, die sich Gedanken über das Leben machen, können sicher etwas damit anfangen. Aber die Hauptzielgruppe sehe ich eigentlich bei den 18- bis 30-Jährigen (oder älter), da Erwachsene die tiefer liegenden Themen des Buches eher erfassen und schätzen können.

Ich fände es schön, wenn der Leser durch Angelias Geschichte ins “Träumen” gerät. Träumen heißt aber nicht, dass man tatenlos herumsitzt und Luftschlösser baut. Träumen bedeutet für mich im Gegenteil, so wach wie möglich zu leben, sich sein Leben konkret anzusehen und zu überlegen, ob man es eigentlich so führt, wie man möchte. Falls nicht – könnte man etwas daran ändern? Sollte man nicht etwas daran ändern? Ich würde mir wünschen, dass das Buch dem Leser ein wenig Mut schenkt, sich seinen ureigensten Träumen und Wünschen zu öffnen. Sei das nun der Traum von einer Karriere als Musikerin wie Angelia ihn träumt, oder der Traum von einem eigenen Haus, einer Weltreise, einer Scheidung, einer Stundenreduzierung im Job, einem eigenen Zimmer nur für sich allein, der Traum von einer eigenen Familie oder davon, selbstständig zu arbeiten. Das Leben ist zu wertvoll als dass man sich vom Alltag auffressen lässt, einfach immer weiter macht und nicht mehr auf sein Herz hört.

Schattenkämpferin: Deine Protagonistin macht sich auf den Weg nach London, um ihren Traum zu verwirklichen. Warum hast Du Dich speziell für London als Schauplatz entschieden? Führte auch Dein Weg aus eben diesem Grund in die englische Metropole?

Tanya: Ich war damals 22, wollte hinaus in die Welt, mich mit Haut und Haaren ins Leben stürzen. Was läge da näher als in eine Stadt wie London zu gehen? Ich war schon immer großer England-Fan und habe deshalb damals alles daran gesetzt, ein Stipendium für eine Londoner Uni zu bekommen. Das ist mir zum Glück gelungen. :)

Schattenkämpferin: Angelia und auch die beiden Jungs sind sehr spezielle Charaktere, mit denen Dir eine lebensechte Darstellung gelungen ist. Gibt es in Deinem Leben Personen, die besonderen Einfluss auf Deine Protagonisten Einfluss genommen haben? Oder sind die Charakterzüge solche, die Du Dir von Deinen Weg kreuzenden Menschen erhofft hättest? Wie viel ist Fiktion und wie viel aus dem wahren Leben?

Tanya: Die Ur-Version des Manuskripts war, wie gesagt, sehr autobiographisch, sowohl in Bezug auf die Ereignisse als auch in Bezug auf die Figuren. In den folgenden Jahren habe ich allerdings einige Dinge geändert. Zum einen, um den Roman literarisch zu verbessern, zum anderen, um die “Vorbilder” meiner Figuren und mich selbst zu schützen.

Schattenkämpferin: Zeitgleich mit der gebundenen Ausgabe erschien auch eine Hörbuch-Fassung, die von der ehemaligen “GZSZ”-Schauspielerin Yvonne Catterfeld eingelesen wurde. Hattest Du bei der Auswahl ein Mitspracherecht? Wie kam es zu der Zusammenarbeit? Warst Du, zumindest teilweise, vor Ort und hast überprüft, ob alles seine Richtigkeit hat?

Tanya: Ich hatte mir Yvonne als Sprecherin gewünscht, da ich sie zuvor in einem Interview gesehen hatte und dabei den Eindruck bekam, sie sei “echter” und irgendwie “heller” als die meisten anderen Promis. Außerdem hat sie eine tolle Stimme. (Ich hatte anfangs gehofft, dass sie vielleicht sogar auf dem Hörbuch singen könnte, aber das ging aus rechtlichen Gründen leider nicht.) Nachdem sie das Manuskript zur Prüfung gelesen hatte, war sie ganz begeistert von der Geschichte und hat mir das am Telefon persönlich erzählt. Wir haben uns auf Anhieb super verstanden und sind heute sehr gut befreundet. Ich finde Yvonnes Art, dem Buch mit ihrer Stimme sowohl Tiefe als auch Leidenschaft zu verleihen, einfach grandios. Niemand hätte das besser machen können.

Schattenkämpferin: Für “Das Lied der Träumerin” hast Du auch eigene Lieder geschrieben, die von Dir selbst auch für das Hörbuch eingesungen wurden. Was verbindet Dich mit der Musik? Gehörst Du zu den Menschen, die Musik ebenfalls für eine Art der Literatur halten?

Tanya: Manche Liedtexte können kleine literarische Perlen sein, das stimmt (z.B. “Träume sind aus Mut gemacht” von Yvonne Catterfeld). Musik an sich – Melodie, Rhythmus, Sounds – ist allerdings viel direkter als Literatur, die ja meist erst einmal über den Kopf und dann erst zum Herzen geht. Ein Song kann dich augenblicklich mit jeder Faser deines Körpers packen, sodass du gar nicht anders kannst, als dich ganz in ihm zu verlieren. Das dauert bei Büchern sehr viel länger.

Wenn ich selbst Musik mache oder einen Song schreibe, geht es mir vor allem darum, Gefühle zu transportieren, sowohl in der Melodie als auch im Text – etwas von meinem Inneren außerhalb von mir manifestieren, könnte man sagen. Das ist von der Intention her bei Büchern und bei Liedern gleich. Ich versuche immer, mein Herz sprechen zu lassen.

Schattenkämpferin: Die eben erwähnten Lieder vermitteln einen wunderbaren Eindruck Deiner Stimme. Gab es zu irgendeinem Zeitpunkt die Idee, das Hörbuch selbst einzusprechen? Vielleicht sogar in Eigenproduktion?

Tanya: Ich liebe es, Lesungen zu geben und dabei mit meiner Stimme zu experimentieren. Eines meiner Bücher irgendwann selbst für ein Hörbuch einzusprechen, wäre ein kleiner Traum von mir. Bisher bin ich allerdings einfach noch nicht gefragt worden und da die Profis bei meinen Hörbüchern so gute Arbeit leisten, finde ich es eigentlich auch gar nicht so schlimm, dass sich dieser Traum bisher noch nicht erfüllt hat. Vielleicht irgendwann …

Schattenkämpferin: Als Du beide Varianten des Buches zum ersten Mal in der Hand gehalten hast, welche Gefühle wurden in Dir wach? Und welche Version gefällt Dir persönlich besser, der Roman in Buchform oder die Geschichte zum Anhören?

Tanya: Schwierig zu sagen. Das Hörbuch hat den Vorteil, dass Yvonnes Stimme einen so richtig in den Bann der Geschichte zieht und man die Lieder der Träumerin wirklich selbst hören kann. Allerdings ist das Hörbuch um 40% gekürzt. Der Roman beinhaltet die komplette Geschichte, das wäre ein Vorteil, und beim Lesen des Buches kann jeder selbst entscheiden, wie schnell er liest, ob er vielleicht etwas zweimal liest oder auch mal eine Pause macht, um etwas wirken zu lassen. Beide Varianten haben ihre Vorteile. Vielleicht sollte man zuerst das Buch lesen und dann das Hörbuch hören. :)

Schattenkämpferin: Bisher hältst Du Dich überwiegend im Bereich der Kinderliteratur auf, mit dem “Lied der Träumerin” wagst Du Dich erstmals in Richtung Erwachsenenalter. Wie sehen weitere Pläne aus – bleibst Du bei Kinderbüchern oder entwickelst Du Dich eher weiter in die Erwachsenenliteratur? Würdest Du Dich gern auch an anderen Genres versuchen, zum Beispiel mal einen richtig blutigen und unter die Haut gehenden Thriller schreiben?

Tanya: Thriller und Krimis sind nicht so ganz meine Richtung, weder beim Lesen noch beim Schreiben. Ich möchte mich aber durchaus auch in anderen Genres ausprobieren, vielleicht irgendwann mal etwas in Richtung Drehbuch, Comedy oder auch Science Fiction machen. Dabei will ich sowohl für Kinder, Jugendliche als auch Erwachsene schreiben. Jede Altersgruppe hat ihren besonderen Reiz.

Schattenkämpferin: So vielseitig wie die Regale sind auch die Schreibgewohnheiten von Autoren. Wie sieht Dein Schreibtisch aus? Oder schreibst Du an völlig anderen Orten und sitzt nur selten an einem festen Arbeitsplatz? Wie gehst Du beim Schreiben vor – einfach fließen lassen oder kontinuierliches Abarbeiten von vorher festgelegten Punkten?

Tanya: Ich habe eine kleine Schreibecke unterm Dach. Da sitze ich auf einem alten Sofa mit meinem Laptop auf dem Schoß und kann zwischendurch durch das Dachfenster in den Himmel gucken, um die Gedanken fliegen zu lassen. Im Sommer sitze ich auch gern auf dem Balkon oder unter einem Baum im Garten.

Bevor ich anfange zu schreiben, habe ich die Geschichte schon genau im Kopf. Ich mache mir vorher eine Gliederung mit den wichtigsten Eckpunkten, damit ich den roten Faden beim Schreiben nicht verliere. Platz für spontane Ideen ist aber natürlich trotzdem immer.

Schattenkämpferin: Als Musikliebhaberin kannst Du Dich selbstverständlich nicht vor der Frage drücken, welche Umgebung Du beim Schreiben bevorzugst. Benötigst Du Stille zur Konzentration oder darf es gerne auch mal lauter hergehen? Im “Lied der Träumerin” werden viele Lieder eingebracht – beziehst Du einen Teil Deiner Inspiration aus der Musik? Welche Inspirationsquellen gibt es sonst, auf die Du gerne zurückgreifst?

Tanya: Beim Schreiben habe ich am liebsten Stille. Vogelgezwitscher oder das Schnurren von meinen Katzen ist okay, aber lieber keine Musik. Ich höre Musik am liebsten ganz bewusst und nicht als Hintergrundplätschern. Für die Träumerin waren Songs und Bands wichtige Impulsgeber, für meine Kinderbücher eher weniger. Meine Inspirationsquellen sind ganz unterschiedlich und kommen meistens direkt aus dem Leben.

Schattenkämpferin: Um nochmals das Thema “Musik” aufzugreifen: Dein Mann Guido und Du bilden das Duo “SixFootSeven”. Was verbirgt sich hinter diesem Bandnamen, welche Musikrichtung macht ihr und wer ist bei euch für das Schreiben der Songs zuständig?

Tanya: “SixFootSeven” bedeutet übersetzt “1,98 m”. So groß ist mein Mann Guido. Früher, zu Studienzeiten, waren wir fünf Bandmitglieder bei SixFootSeven. Aber nach dem Studium haben sich die Mitglieder in alle Winde verstreut und nur mein Mann und ich sind übrig geblieben. Da wir die Musik und das Songschreiben aber so sehr lieben, haben wir zu zweit weitergemacht. Unsere “Arbeitsteilung” sieht so aus: Guido komponiert eine Akkordabfolge auf der Gitarre, auf dem Bass oder auf dem Klavier (sehr praktisch, dass er so viele Instrumente beherrscht). Dann schreibe ich die Gesangsmelodie und den Text dazu. Guido produziert den Song (hin und wieder kommen dabei auch befreundete Gastmusiker hinzu), ich singe ihn ein und Guido arrangiert und mastert ihn. Das fertige Ergebnis eines eigenen Songs zu hören ist dann genauso schön wie ein gedrucktes eigenes Buch in Händen zu halten.

Schattenkämpferin: Schon im Berufsleben hast Du Dich mit Literatur befasst, nämlich als Lektorin und Übersetzerin. Wirkt sich diese Erfahrung auf Dein eigenes Schreiben aus? Wie bist Du generell zum Schreiben gekommen und was hat Dich letztendlich dazu bewegt, Deinen alten Job niederzulegen und Dich ausschließlich dem Schreiben zu widmen? Und konntest Du Dich schon immer für Bücher begeistern? Wie sah Deine Kindheit in Bezug auf Bücher aus?

Tanya: Ich habe lange in einem kleinen Verlag in Bochum gearbeitet, was eine perfekte Vorbereitung auf den Schriftstellerberuf war. Denn zu meinen Lektorenzeiten war ich dadurch, dass der Verlag so klein war, in allen Bereichen tätig, von Budgetberechnungen über Verträge über Covergestaltung über Werbung bis zum Versand an Buchhändler. Ich kenne die Branche also von der Verlagsseite und das hilft mir als Autorin sehr. Als Liliane Susewind erfolgreich wurde, habe ich meinen Job im Verlag aufgegeben, um mehr Zeit zum Schreiben und für Lesereisen zu haben.

Schattenkämpferin: Im Lebenslauf auf Deiner Webseite kann man erfahren, dass Du seit vier Jahren verheiratet bist. Wie kamst Du darauf, Kinderbücher zu schreiben, ohne eigene Kinder zu haben? Welche Auswirkungen hat Dein Beruf, speziell in Bezug auf mehrtägige Lesereisen und späte Lesungstermine auf das Privatleben? Begleitet Dich Dein Mann bei solchen Unternehmungen?

Tanya: Mein Mann ist Lehrer an einem Gymnasium und kann sich leider nicht Urlaub nehmen, wann er möchte. Deswegen begleitet er mich nur selten. Lesereisen machen mir generell viel Spaß, denn ich komme in direkten Kontakt mit meinen Lesern und kann an tolle Orte reisen. Sie dürfen nur nicht Überhand nehmen, damit noch genügend Zeit zum Schreiben bleibt.

Es war nie ein Problem für mich, mich in Kinder hineinzuversetzen, ohne selbst welche zu haben. Das liegt wahrscheinlich daran, dass meine eigene kindliche Seite sehr ausgeprägt ist. Aber es gibt eine schöne Neuigkeit: Ich bin schwanger und werde bald Mama! Schauen wir mal, ob das meine Perspektive auf das Schreiben von Kinderbüchern verändert …

Schattenkämpferin: Nun sind Autoren ja nur selten Einsiedler und leben zurückgezogen, um sich nur um ihre Arbeit zu kümmern. Welche Reaktionen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis hast Du auf Deine erste Veröffentlichung erhalten? Gibt es spürbar andere Meinungen als zum Beispiel aus der Welt der “professionellen” Kritiken? Wie gehst Du generell mit Kritik um, ob positiver oder negativer Natur?

Tanya: Ich bin ein sehr geselliger Mensch und könnte mir ein Leben als Einsiedler nicht vorstellen. Meine Familie und meine Freunde haben mich bei meinem Schreiben immer sehr unterstützt und waren sozusagen die ersten Fans. Ihr Enthusiasmus hat mich in meinem Tun sehr bestärkt und ist mir noch heute eine wichtige Stütze.

Bei Kritik versuche ich immer, darauf zu achten, was ich lernen kann. Wenn Kritik konstruktiv ist, ist sie sehr wertvoll. Wenn jemand aber einfach schreiben würde “Das Buch ist doof”, würde ich nicht weiter darüber nachdenken. Wenn allerdings ein “weil …” folgt, bin ich immer dafür offen.

Schattenkämpferin: Auf Deiner Webseite besteht neben der Kommentarfunktion auch die Möglichkeit, Dir eine Mail zu senden. Außerdem bist Du ebenfalls im SocialNetwork zu finden. Wie wichtig ist für Dich der direkte und indirekte Kontakt zu Deinen Lesern? Gab es bisher nur schöne oder auch schon unschöne Begegnungen mit Fans?

Tanya: Der Kontakt zu meinen Lesern ist mir sehr wichtig. Durch das Internet ist es heutzutage leicht, sich auszutauschen, und das mache ich sehr gern und oft. Ich habe z.B. auf meiner Website einen Blog, ebenso wie eine Facebook-Fanseite, durch die ich in ganz direkten Kontakt mit den Lesern treten kann. Und bei LovelyBooks kann man mir Buchfragen stellen!

Schattenkämpferin: Auch in diesem Jahr stehen wieder einige Buchmessen ins Land. Wo wird man Dich treffen und live erleben können? Wird es neben den großen Messe-Terminen auch Lesungstermine in einigen Städten geben?

Tanya: Ich war gerade zwei Monate lang beinahe non-stop auf Lesereise durch ganz Deutschland. Durch meine Schwangerschaft werde ich allerdings bald etwas kürzer treten, aber die Lesungen, die ich noch mache, kann man hier einsehen. Im Herbst werde ich wahrscheinlich kurz auf der Frankfurter Buchmesse vorbeischauen, aber danach gehe ich in Mutterschutz und schaue mal, was für ein Abenteuer mich da erwartet. :)

Schattenkämpferin: Zum Abschluss noch die Frage, an der kein Autor vorbei kommt: Wie sehen Deine Pläne für kurz- und mittelfristige Zukunft aus? Wird es weitere Bücher um Angelia geben oder vielleicht einen anderen Charakter aus “Das Lied der Träumerin”? Wie lange müssen Fans Deiner Erwachsenenliteratur auf neuen Lesestoff warten?

Tanya: Für die Träumerin ist keine Fortsetzung geplant. Die Geschichte ist abgeschlossen und sollte auch nicht noch mal künstlich verlängert werden. Ich plane allerdings einen zweiten Roman für Erwachsene, den ich aus dem gleichen Urgefühl heraus schreiben möchte wie die Träumerin. Ob ich nächstes Jahr dazu komme, kann ich allerdings schlecht absehen. Es kommt ganz darauf an, wie viel Raum mir das Muttersein lässt. Mit meinen Kinderbuchreihen geht es aber definitiv weiter.

Schattenkämpferin: Tanya, herzlichen Dank für Deine Zeit und die spannenden Antworten! Ich bin gespannt, welche Projekte uns in Zukunft noch erwarten, und wünsche Dir auf jeden Fall jede Menge Schaffenskraft und gutes Gelingen!

Tanya: Danke! Das waren sehr interessante Fragen.

Das Interview führte: Jessica Idczak

Quelle: schattenwege.net

Tanya Stewner erzählt über Ihre Ansichten zum Tod
Freitag, 13. Mai 2011

1. Was denken Sie über das Thema „Tod“?

Der Tod gehört zum Leben wie Yin zu Yang, wird aber leider in unserer Gesellschaft extrem tabuisiert. Mit meinem Roman "Das Lied der Träumerin" habe ich versucht, dieses Tabu ein wenig aufzubrechen.

2. Was denken Sie über Hospize?

Ich bin Förderin des "Regenbogenlands" in Düsseldorf. Das ist ein Kinderhospiz, in dem sterbende Kinder mit sehr viel Respekt und Liebe in den Tod begleitet werden. Oft denke ich, dass allen Menschen ein solch umsorgender, respektvoller menschlicher Umgang in der Sterbephase gegönnt sein sollte, aber leider ist das noch nicht der Fall. Meiner Meinung nach müsste es noch viel mehr Hospize geben, in denen sterbenden Menschen und ihren Angehörigen liebevoll zur Seite gestanden wird.

3. Ich habe gehört, dass Sie Suizid in Ihrem Buch "Das Lied der Träumerin" als "annehmbaren Ausweg" bezeichnet haben. Können Sie das erläutern? Was denken Sie über Selbstmord?

Meist liegt der Tod natürlich nicht in unserer Hand, und das ist auch gut so. Aber falls ein Mensch sich aus guten, reflektierten Gründen für einen Suizid entscheidet (z.B. bei einer tödlichen Krankheit), glaube ich, dass ihm die Entscheidung dahingehend ganz allein überlassen bleiben solllte.

4. Bei Ihrem Beruf als Autorin, würden Sie den Tod mit in Ihre Bücher aufnehmen? Immerhin ist der Tod nichts Angenehmes. Also wie würden Sie Ihre Charaktere mit dem Tod umgehen lassen? Wie würden Sie sich in sie hineinversetzen?

Woher wissen wir, dass der Tod nichts Angenehmes ist? Niemand kann sich erinnern, ihn erlebt zu haben, also könnte er auch etwas sehr Schönes sein. Unangenehm ist der Tod meistens aber für die Angehörigen und Hinterbliebenen. Der Sterbende selbst jedoch, so glaube ich, muss keine Angst vor dem Tod haben. Das ist meine persönliche Überzeugung, und mit dieser Überzeugung würde ich den Tod bestimmt auch in meinen zukünftigen Büchern darstellen (falls Tod noch mal eine größere Rolle spielen sollte).

5. Was denken Sie, wenn Personen in Büchern oder in Filmen sterben? Fühlen Sie sich dabei betroffen?


Sehr oft! Sterbeszenen und Geburtsszenen empfinde ich immer mit großer Emotionalität. Tod und Geburt sind die großen Eckpfeiler unserer Existenz und können einen gar nicht kalt lassen, oder?

6. Wie würden Sie über das Leben nach dem Tod schreiben? Wie stellen Sie es sich vor?

Das geht natürlich sehr in Spekulation und Vermutung hinein, und niemand weiß es genau, aber ich glaube an Reinkarnation und daran, dass wir vor und nach diesem Leben viele andere Leben leben. Wahrscheinlich würde ich auch aus dieser Perspektive darüber schreiben.

7. Wie sieht ein erfülltes Leben für Sie aus?

Für jeden Menschen lautet die Antwort wahrscheinlich anders, deswegen kann ich nur für mich ganz persönlich antworten. Wenn ich im Leben "wach" bleibe und mir jeden Tag wirklich bewusst bin, am leben zu sein, können Höhen und Tiefen kommen, wie sie wollen. Ein erfülltes Leben besteht meiner Meinung nach nicht nur aus Harmonie und Glück, denn das wäre sehr einseitig. Das Leben ist für mich dann erfüllt, wenn man wirklich lebendig ist, und das bin ich, wenn ich in guten wie schlechten Zeiten bei mir selbst und in meiner Mitte bleiben kann.

Das Interview führte Dilara Karanlik                                       

 

 

Mel-Books
Dienstag, 10. Mai 2011
Mel-Books

Zu Beginn eine ganze persönliche Frage: Was ist dein größter Traum?

Mein größter Traum war immer das Schreiben. Da ich diesen Traum seit ein paar Jahren leben kann, ist mein nächster großer Traum die Musik. Musik ist neben dem Schreiben meine zweite große Leidenschaft. Zusammen mit meinem Mann Guido komponiere und singe ich eigene Popsongs. Auf dem Hörbuch von "Das Lied der Träumerin", das von Yvonne Catterfeld gesprochen wird, sind fünf von unseren eigenen Songs zu hören - Songs, die im Roman als Eigenkompositionen der Hauptfigur Angelia vorkommen (ich habe einfach meine eigenen Lieder ins Buch eingebaut.). Hier könnt ihr mal reinhören.  Mein Traum für unsere Musik ist, dass wir eine Plattenfirma finden und ein richtiges Album herausbringen können, was natürlich schwierig ist. Aber ich weiß ja, dass Träume wahr werden können ...

Findest du, dass man auch etwas riskieren muss, um seine Träume zu erfüllen?

 Ja. Träume sind aus Mut gemacht!

Glaubst du, dass heutzutage viele verlernt haben, wie man richtig träumt?

Viele Menschen haben Angst vor Veränderung oder davor, ihre Sicherheiten zu verlieren. In einem gemütlichen Alltags-Trott kann man sich sehr wohl fühlen. Das verurteile ich auch gar nicht. Jeder muss für sich selbst herausfinden, wie er glücklich werden kann. Für mich selbst ist es aber das Wichtigste, „wach“ und lebendig zu bleiben.

Welche ist deines Lieblingsstelle in ‚Das Lied der Träumerin‘?

ACHTUNG SPOILER!!

Vielleicht die Szene, in der Angelia in Jeremys Zimmer platzt und sagt „Draußen ist Gott“. Irgendwie mag ich die. Auch, weil es dann zum ersten Kuss kommt.

Hattest du Mitspracherecht bei der Covergestaltung und wie findest du das Endergebnis?

Ja, ich hatte Mitspracherecht. Zuerst haben wir nach einem Foto-Motiv mit einer jungen Frau gesucht, aber irgendwie passte das alles nicht richtig. Als ich dann zum ersten Mal die Illustration mit dem Kopfhörer gesehen habe, hat es „Ja“ in mir gemacht und ich wusste, dass es das Richtige ist.

Welche Frage wird dir am öftesten gestellt?

„Wann hast du mit dem Schreiben angefangen?“ oder „Wie kommst du auf deine Ideen?“

Bist du vor Lesungen eigentlich nervös?

Immer. Aber das ist gut. Ein bisschen Adrenalin im Blut hilft mir, präsent zu sein und mein Bestes zu geben.

Werden noch weitere Bücher folgen, die man nicht in die Kinderbuchsparte einordnen kann?

Ja. Ich habe eine recht konkrete Idee für einen weiteren All-Age-Titel, der der Träumerin vom Stil her ähnlich sein wird.

Sind die Lieder in ‚Das Lied der Träumerin‘ auch teilweise deine Lieblingslieder?

Größtenteils ja. Ich habe meistens Songs mit ins Buch hineingenommen, die mir selbst etwas bedeuten. Nur ein oder zweimal ist ein Lied nur deswegen drin, weil es wegen des Textes gut passt, aber ansonsten sind das schon alles Lieblingssongs von mir. "Don't stop me now" ist einfach ein Knaller! :) 

Würdest du ‚Das Lieder der Träumerin‘ als Mädchenbuch bezeichnen?

Nein, eigentlich nicht. Ich habe auch schon Rückmeldungen von männlichen Lesern bekommen, die viel mit dem Buch anfangen konnten.

Ist Angelia dir sehr ähnlich oder total anders?

Sie ist mir sehr ähnlich. Ihre Überzeugungen sind meine.

Welchen Teil eines Buches findest du am einfachsten zu schreiben?

Kommt ganz aufs Buch an! Bei der Träumerin war das Ende jedenfalls am schwierigsten. ;)

Warum hast du erst gezögert, ‚Das Lied der Träumerin‘ an einen Verlag zu schicken?

Die Träumerin ist derart persönlich, dass ich Angst davor hatte, der Welt mit diesem Buch so ungeschützt mein Herz zu zeigen. Gleichzeitig wusste ich aber, dass ich es tun muss. Denn wenn ich selbst lese, suche ich nach genau solchen Büchern - Bücher, in denen der Autor es mir erlaubt, in seine Seele zu blicken. Zum Glück habe ich den Mut irgendwann gefunden. Heute freue ich mich, dass ich der Welt ein Stück meines Innersten zeigen darf. Denn das ist wahrlich ein Geschenk und Privileg, und wenn ich mit diesem Buch gleichzeitig etwas an die Leser zurückschenken kann ... dann hat sich mein Traum erfüllt.

Das Interview führte Melanie Ocvirk

Quelle: www.mel-books.de


LovelyBooks.de
Montag, 21. März 2011

Wie lange schreibst Du schon und wie und wann kam es zur Veröffentlichung Deines ersten Buches?

Seit ich zehn Jahre alt bin, träume ich davon, Schriftstellerin zu werden. Meine allererste selbstgeschriebene Geschichte hieß „Die Pferdebande“ und war vier Seiten lang. Ich musste allerdings 22 Jahre alt werden, bis ich meinen ersten richtigen Roman begann, „Das Lied der Träumerin“. Insgesamt habe ich zehn Jahre an diesem Buch geschrieben, und als es vor Kurzem im Fischerverlag erschien, ist noch mal ein Traum in Erfüllung gegangen - der Welt mit diesem Buch mein Herz zeigen zu dürfen. Vorher waren ja schon meine Liliane-Susewind-Bücher erschienen. Den ersten Lilli-Band habe ich übrigens 2003 geschrieben, parallel zur „Träumerin“. Nach langer Verlagssuche und vielen Absagen habe ich 2006 einen Verlag dafür finden können, Fischer Schatzinsel, und mein allererstes Buch, „Liliane Susewind – Mit Elefanten spricht man nicht!“, kam im August 2007 auf den Markt.

Welcher Autor inspiriert und beeindruckt Dich selbst?

Paulo Coelho inspiriert mich durch seine Weisheit. Joanne K. Rowling inspiriert mich dadurch, wie sie in ihren Büchern Spannung aufbaut. Johann Wolfgang von Goethe inspiriert mich durch sein Herz. Stephenie Meyer inspiriert mich durch ihre Art, Charaktere und Figuren-Dynamik zu erschaffen. Virginia Woolf inspiriert mich durch ihren makellosen Stil, bei dem jeder Satz ein Meisterwerk ist.

Woher bekommst Du die Ideen für Deine Bücher?

Ich habe sehr viel Phantasie und sehe meine Figuren regelrecht vor mir, wenn ich schreibe, als hätten sie ein Eigenleben. Wenn es nicht ein bisschen verrückt klingen würde, würde ich sagen, dass mich meine Figuren selbst inspirieren. Außerdem bete ich jedes Mal, bevor ich anfange zu schreiben, und bitte um gute Ideen.

Wie hältst Du Kontakt zu Deinen Lesern?

Ich bin sehr viel unterwegs und gebe viele Lesungen. Dabei treffe ich jede Menge Fans, die mir bei diesen Gelegenheiten auch Feedback zu meinen Büchern geben, was sehr wichtig für mich ist. Außerdem habe ich auf meiner Website einen Blog, http://tanyastewner.de/blog/, ebenso wie eine Facebook-Fanseite, http://www.facebook.com/tanya.stewner, durch die ich in ganz direkten Kontakt mit den Lesern treten kann. Und bei LovelyBooks kann man mir Buchfragen stellen! http://www.lovelybooks.de/autor/Tanya-Stewner/

Wann und was liest Du selbst?

Ich lese vor allem auf langen Zugfahrten oder im Sommer auf dem Balkon. Ich liebe Klassiker (Shakespeare, Byron, Bronte, Hesse) ebenso wie aktuelle Bücher. „Seelen“ von Stephenie Meyer hat mir gut gefallen, ebenso wie "Rock your life" von Rudolf Schenker und Lars Amend.

Welche deiner Buchfiguren bewunderst du am meisten und wieso?

Jeremy Amos aus „Das Lied der Träumerin“. Er ist ein Anti-Held oder „Byronic Hero“, um es mal literarisch auszudrücken. Meine Magisterarbeit hatte den Byronic Hero zum Thema, da mich dieser Literaturtypus einfach sehr faszinierte – dunkle Helden, die ihre geballte Faust gen Himmel schwingen, um es mit Gott selbst aufzunehmen. Jeremy Amos hat als Figur eine ganz eigene, brachiale Kraft. Als ich vor ein paar Jahren einen Durchhänger hatte und dachte, dass ich „Das Lied der Träumerin“ nicht weiterschreiben kann, war es Jeremy, der vor meinem inneren Auge erschien, mir die geballte Faust entgegenstreckte und mich anschrie, dass ich ihn schreiben MUSS.

Wie war das Gefühl, dein erstes eigenes Buch fertig in den Händen zu halten?

Mein Traum, Schriftstellerin zu werden, war in diesem Moment in Erfüllung gegangen. Ich hab vor Freude geheult.

Macht es dir mehr Freude für Kinder zu schreiben (Liliane Susewind; Elfen-Bücher) oder liegen dir Jugendbücher (Das Lied der Träumerin) mehr?

„Das Lied der Träumerin“ ist kein reines Jugendbuch, sondern auch für Zwanzig-, Dreißig- oder Vierzigjährige! Auf lange Sicht möchte ich sowohl für Kinder als auch für Jugendliche als auch für Erwachsene schreiben.

Welche Musik hörst du, wenn du schreibst? Und kannst du selbst gut singen?

Beim Schreiben habe ich am liebsten Stille. Vogelgezwitscher oder das Schnurren von meinen Katzen ist okay, aber lieber keine Musik. Ich höre Musik am liebsten ganz bewusst und nicht als Hintergrundplätschern. Musik ist neben dem Schreiben meine zweite große Leidenschaft - und ein Traum. Ich schreibe selbst Songs und singe auch selbst. Auf dem Hörbuch von "Das Lied der Träumerin", das von Yvonne Catterfeld gesprochen wird, sind fünf von meinen eigenen Songs zu hören - Songs, die im Roman als Eigenkompositionen der Hauptfigur Angelia vorkommen (ich habe einfach meine eigenen Lieder ins Buch eingebaut.). Auf meiner Website werden diese Songs übrigens bald eingestellt.

Würdest du, wie Liliane Susewind, auch gern mit Tieren sprechen können?

Na klar!!!

Das Interview führte Daniela Möhrke.

Quelle: LovelyBooks.de



Westdeutsche Zeitung
Montag, 07. März 2011

1) Frau Stewner, Sie feierten bisher als Kinderbuchautorin Erfolge. Nun versorgen Sie auch "erwachsene Träumer" mit realem Lesestoff. Haben Sie eine neue Zielgruppe entdeckt?

Langfristig möchte ich sowohl für Erwachsene und Jugendliche als auch für Kinder schreiben. "Das Lied der Träumerin" war allerdings bereits vor meinem ersten Kinderbuch "Mit Elefanten spricht man nicht!" fertig. Ich hatte nur lange nicht den Mut, es einem Verlag anzubieten, da es ein sehr persönliches Buch ist, mit dem ich vor den Lesern praktisch mein Seelenleben offenlege. Ich musste noch ein bisschen "wachsen", um mich das zu trauen. Aber mittlerweile freue ich mich sehr, dass es nun endlich so weit ist und ich das Buch bald in Händen halten kann.

2) Ihr neuer Roman hat eine klare Botschaft: Angelia hofft auf den Durchbruch als Sängerin. Und sie ist fest davon überzeugt: Nur wer träumt, der lebt. Ist das auch Ihr persönliches Lebensmotto?

Absolut! Wer einen Traum hat, nimmt sein Leben selbst in die Hand und wird zum Schöpfer seines eigenen Lebensweges. Wer träumt, der lebt. Ich denke sogar, dass Träumen die wachste Art des Daseins ist.

3) Den Traum, Schriftsteller zu werden, haben viele. Davon leben können allerdings nur die wenigsten. Was raten Sie jungen Schreibtalenten?

Schreibt, was in eurem Herzen ist, und nicht das, was vielleicht gut ankommen könnte.

4) Wovon träumen Sie in guten Nächten?

Ich träume vor allem tagsüber, und da von neuen Wegen, neuen Geschichten und neuen Liedern.

5) Und in schlechten?

Von Stagnation.

6) Wie entstehen Ihre Geschichten? Haben Sie von Anfang an die Handlung im Kopf, oder verselbständigen sich die Figuren während des Schreibens?

Meistens habe ich die Geschichte komplett im Kopf, bevor ich loslege. Ich schreibe vorher ein Exposé für meinen Verlag, das mir aber auch selbst hilft, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Manchmal entwickelt sich eine Figur allerdings auch ganz anders als geplant ... :)

7) Welche Rolle spielt Ihre Wuppertaler Heimat im Schreibprozess?

Ich hänge sehr an Wuppertal und setze mich zum Schreiben auch gern in Cafés und lasse die Wuppertaler um mich herumwuseln. Ich mag es lebendig, und Wuppertal ist sehr lebendig!

8) Wie geht es weiter mit Ihrer Reihe "Liliane Susewind"? 

Eigentlich sollte der sechste Lilliband, "Ein Panda ist kein Känguru", der letzte sein. Ich hatte so viele Ideen für andere Bücher, dass ich mich erst einmal mit etwas anderem austoben wollte. Das habe ich dann mit der Elfenreihe gemacht ("Wie weckt man eine Elfe?" und "Eine Fee ist keine Elfe"), bei der ich mittlerweile schon den dritten Band schreibe. Lilli ist mir aber sehr ans Herz gewachsen und es ist gar nicht unwahrscheinlich, dass in absehbarer Zeit ein siebter Band erscheinen wird.

9) Welchen Traum haben Sie noch?

Die Musik! Musik war schon immer ein großer Teil meines Lebens, und ein Traum. Zusammen mit meinem Mann Guido komponiere ich eigene Popsongs. Fünf von unseren Liedern werden sogar auf dem Hörbuch von "Das Lied der Träumerin" zu hören sein, das von Yvonne Catterfeld gesprochen wird. Mein Traum für unsere Musik ist, dass wir eine Plattenfirma finden und ein richtiges Album herausbringen können, was natürlich schwierig ist. Aber ich weiß ja, dass Träume wahr werden können ...

Das Interview führte Martina Thöne

Quelle: WZ

 

MeineBücherwelt.de
Montag, 18. Oktober 2010

Das Interview führt Lena_Lu, neun Jahre alt


1) Hast Du schon mal Interviews gemacht?

Ja, ich habe schon viele Interviews gemacht. Die meisten für Zeitungen oder Zeitschriften, aber auch einige für Online-Portale wie deines.

 

2) War es schon immer Dein Traum Bücher zu schreiben?

Seit ich zehn Jahre alt war, wollte ich Schriftstellerin werden, weil ich damals schnell gemerkt habe, wie viel Spaß es mir macht, zu schreiben. Meine allererste Geschichte hieß "Die Pferdebande" und war vier Seiten lang.

 

3) Welches Buch von deinen Büchern findest Du am Besten?

Schwierig zu sagen. Meistens finde ich das am besten, was gerade neu ist. Im Moment also "Wie weckt man eine Elfe?".

 

4) Denkst Du Dir die Geschichten aus oder sind sie wahr?

Die Gefühle, die ich die Figuren in meinen Büchern erleben lasse, sind meistens "wahr". Ich habe sie also selbst schon mal erlebt. Generell bringe ich sehr viel von mir selbst in meine Bücher ein, weil ich das auch gerne in Büchern von anderen Autoren lese - irgendetwas Echtes, das aus dem Herzen des Schriftstellers kommt. Das bedeutet nicht, dass ich mit Tieren sprechen oder Elfen sehen kann. :) Aber ich weiß sehr gut, wie es sich anfühlt, in der Schule nicht dazuzugehören oder wie es ist, anders zu sein. Ich weiß aber auch gut, wie es sich anfühlt, himmelhochjauchzend glücklich zu sein, und das kommt in meinen Büchern ja auch oft vor. Vor allem in den Schluss-Szenen. Ich liebe es, Bücher gut ausgehen zu lassen.

 

5) Schreibst Du noch weitere Bücher von „Wie weckt man eine Elfe“?

Ja! Der zweite Band ist schon fertig. Er wird "Eine Fee ist keine Elfe" heißen und im März 2011 erscheinen. Insgesamt sind drei Elfen-Bände geplant. Es wird also eine Trilogie.

 

6) Meinst Du, da gibt es vielleicht einmal einen Film davon?

Das wäre toll! Das müsste dann aber wahrscheinlich ein Trickfilm werden. Echte Elfen sind ja bestimmt viel zu beschäftigt, um zum Casting zu kommen ... :)

 

7) Wer darf Dein Buch als erstes lesen, wenn du fertig bist?

Meine Mutter und meine Schwester! Sobald ich ein neues Kapitel fertig habe, gebe ich es den beiden zu lesen und sie sagen mir dann, ob es gut ist oder irgendetwas noch nicht stimmt. Es kam auch schon mal vor, dass ein ganzes Kapitel bei ihnen durchgefallen ist. Bei "Liliane Susewind - Ein Panda ist kein Känguru" gab es beispielsweise ein Enten-Kapitel im Tiepark, das meine Schwester "total albern" fand. Ich habe es dann komplett rausgeschmissen, weil es stimmte - es war wirklich ziemlich albern!

 

8) Was magst du denn für Musik?

Ich liebe Musik! Ich mache sogar selbst welche. Zusammen mit meinem Mann Guido schreibe ich Songs. Guido spielt Gitarre, Bass und ein bisschen Klavier, und ich singe. Auf den Hörbüchern von Lilli und auf dem Elfen-Hörbuch sind die Lieder am Anfang der CDs z.B. von uns. Was ich am liebsten selbst höre ist Pop- und Rockmusik. Ich mag auch viele andere Richtungen, aber am besten finde ich Lieder, die eine eingängige Melodie haben und bei denen man gut mitsingen kann, z.B. Songs von Robbie Williams, Jamiroquai oder Green Day.

 

9) Magst du es gerne aus deinen Büchern vorzulesen?

Inzwischen freue ich mich immer sehr auf meine Lesungen. Früher war ich oft nervös, wenn ich vor vielen Leuten vorlesen musste, aber mittlerweile genieße ich es richtig und habe vor allem Spaß daran, Tiere aus den Lillibüchern vorzulesen (z.B. Frau von Schmidt) oder Hummelbi aus dem Elfenbuch. Da kann man beim Vorlesen ein bisschen schauspielern.

 

10) Schreibst du lieber Bücher für Kinder oder Erwachsene?

Du hast gut aufgepasst! Du hast bestimmt gesehen, dass nächstes Frühjahr ein sogenannter "All-Age-Roman" von mir erscheint,  für Leser von 16 bis 66. Er heißt "Das Lied der Träumerin" und liegt mir sehr am Herzen. Ich habe viel von meinen eigenen Gefühlen und eigenen Erlebnissen in dieses Buch eingebracht. Deswegen bin ich ganz schön aufgeregt, dass es bald erscheint und die Leser so viel von meiner Gefühlswelt erfahren werden. Aber wie gesagt, meiner Meinung nach sind genau die Bücher am besten, bei denen der Autor den Lesern erlaubt, in sein Herz zu schauen. Und das mache ich bei "Das Lied der Träumerin" ganz besonders. Ich schreibe aber genauso gerne für Kinder, weil man auch in Kinderbücher sein Herz einbringen kann - und das eigentlich unbedingt auch tun sollte!


Quelle: www.meine-buecherwelt.de

 

"Die Klappentexterin"
Montag, 04. Oktober 2010
Klappentexterin: Das sind alles phantastische Geschichten, die Sie erzählen. Wo nehmen Sie die Inspiration her?
Tanya Stewner: Ich verrate Ihnen gern mein Geheimnis: Ich bete jedes Mal, bevor ich anfange zu schreiben, und bitte um gute Ideen und einen guten Schreibfluss. Bisher hat das immer sehr gut funktioniert.

KT: Was kann Phantasie alles bewirken?
TS: Im Grunde ist die Phantasie der Motor, der alles antreibt. Wenn man etwas erreichen möchte, muss man es sich zuerst ausdenken. Phantasie ist der Beginn von allem Großen, was je passiert ist.

KT: Scheint es nur so oder haben Kinder tatsächlich mehr Phantasie als Erwachsene?
TS: Kinder haben wahrscheinlich gar nicht „mehr“ Phantasie als Erwachsene, aber sie räumen ihr viel mehr Platz ein. Kinder trauen sich, ihrer Phantasie freien Lauf zu lassen und ihr ein Stückweit zu folgen. Viele Erwachsene machen das leider nicht mehr.

KT: Gibt es eine Tageszeit wo bei Ihnen die Ideen mehr sprudeln?
TS: Ich bin ein Morgenmensch und schreibe am liebsten morgens und vormittags. Wenn es gut läuft, nehme ich den Nachmittag und Abend allerdings meistens noch hinzu.

KT: Was meinen Sie: Wäre es eine bessere Welt, wenn alle ein bisschen mehr Phantasie hätten?

TS: Das könnte gut sein. Sie wäre zumindest bunter und ein bisschen „verrückter“.

KT: Haben Sie eine bestimmte Technik, um auf phantastische Ideen zu kommen?
TS: Ich gucke aus dem Dachfenster, das sich über dem alten Sofa befindet, auf dem ich immer schreibe. Ich schaue in den Himmel, und dann kommen die Ideen wie von selbst.

KT: In Ihrem neuen Buch „Wie weckt man eine Elfe?“ stehen Elfen im Mittelpunkt. Sind Sie schon einmal einer begegnet?
TS: Leider noch nicht. (Lacht.)

KT: Sie sehen zwischen Elfen und Feen einen großen Unterschied. Welchen finden Sie besonders erwähnenswert?
TS: Elfen und Feen werden heutzutage oft „übertrieben schön“, mit viel Rosa und Glitzer dargestellt. Da wollte ich mit meinen pummeligen, zerzausten Elfen gern ein Gegengewicht setzen. Meine Feen sind hingegen trotz allem noch schön, da ich ebenso finde, dass man jemanden nicht nur, weil er bezaubernd aussieht, gleich für oberflächlich halten darf. Mein neues Buch „Wie weckt man eine Elfe?“ ist also ein Plädoyer dafür, hinter die äußere Erscheinung zu schauen.

KT: Diese Frage formuliert natürlich die Neugier: Schreiben Sie an einem neuen Buch?

TS: Ja, aber ich darf leider noch nicht verraten, woran ich schreibe.

Das Interview führte Simone Finkenwirth.

Quelle: www.klappentexterin.wordpress.com
Radiointerview mit Tanya Stewner, Radio Wuppertal
Donnerstag, 10. Juni 2010
 
"Die Kinderredaktion"
Mittwoch, 09. Juni 2010
Die Hauptfigur in deinen Büchern - Liliane Susewind - kann mit Tieren sprechen. Wenn du dir selbst ein Tier aussuchen könntest, mit dem du sprechen kannst, welches wäre es? Worüber würdest du mit ihm reden wollen?

Mein Mann Guido und ich bekommen bald zwei kleine Kätzchen. Am liebsten würde ich natürlich mit den beiden sprechen, um herauszufinden, wie wir es ihnen bei uns am gemütlichsten machen können - und wie sie heißen wollen!

Wird es nach dem aktuellen Band Liliane Susewind - Ein Panda ist kein Känguru noch weitere Bände in der Buchreihe um Liliane Susewind geben? Falls nicht - was sehr schade wäre - wie fühlt es sich an, wenn ein solches Projekt zu Ende geht?

Als ich den letzten Satz für den sechsten Lilli-Teil geschrieben habe, war ich richtig traurig, dass ich mich von Lilli, Jesahja, Bonsai und Schmidti verabschieden muss. Aber ich hatte mir ja selbst gewünscht, dass ich auch meine vielen anderen Buchideen ausleben kann. Inzwischen habe ich zwei andere Bücher geschrieben (siehe unten), was mir tierisch viel Spaß gemacht hat, und was irgendwie wichtig für mich war, um mal schriftstellerisch Luft zu schnappen. Vor kurzem hatte ich dann plötzlich eine ziemlich gute Idee für einen weiteren Lilli-Band. Ich hatte sozusagen den Kopf wieder frei für Lilli. Und die Idee ist eigentlich zu gut, um sie nicht zu benutzen …

Liliane Susewind ist ja ganz oft im Zoo. Bist du selbst auch gern im Zoo oder mochtest du ihn als Kind besonders gern? Was fasziniert dich daran?

Ich war als Kind oft im Zoo und fand es toll, dass man so viele verschiedene Tiere so hautnah erleben kann. Allerdings ist sehr wichtig, dass die Tiere dort auch genügend Platz und Abwechslung haben. In dem Zoo von Oberst Essig ist das natürlich der Fall!

Am 12. August dieses Jahres erscheint ein neues Buch von dir: Wie weckt man eine Elfe?. Wird das wieder eine Buchreihe werden und wenn es so ist, wie viele Bände sind denn geplant?

Ich habe bisher zwei Elfenbände geplant. Der erste kommt im August 2010 und der zweite erscheint im Frühjahr 2011. Die Figuren bieten genügend Stoff für noch einige weitere Bände, vor allem die Elfen sind ziemlich witzig mit ihren bekloppten Eigenheiten. Aber ich habe auch geplant, nächstes Jahr einen Jugendroman über einen Zeitreisenden zu schreiben – eine Geschichte, die mir schon länger im Kopf herumschwirrt, und die raus muss. Ich glaube, das werde ich zuerst machen.

Noch eine Frage zu deinem neuen Buch: Ist es auch etwas für die Leser der "Liliane Susewind"-Bücher? Wovon handelt es?

Die Elfenbücher sind für die gleiche „Zielgruppe“ wie die Lillibücher, also ab 8 Jahren. Es geht um zwei Zwillingsschwestern, Florentine und Pauline, die herausfinden, dass es wirklich Elfen gibt. Allerdings hat das Elfenreich ein riesen Problem, und nur die Zwillinge können ihnen helfen … Ich glaube, dass dieses Buch ebenfalls das hat, was die Leser an Lilli so mögen – es gibt zwei tolle Heldinnen, es ist spannend und es kommen ein paar ziemlich schräg-lustige Gestalten drin vor (moppelige Elfen).

Du hast bereits mit 10 Jahren begonnen, Geschichten zu schreiben - findet man auch Gedanken oder Einflüsse daraus in deinen veröffentlichten Büchern wieder?

Ja! Ich habe erst vor kurzem einen Straßennamen in einem meiner Bücher verwendet (Glockengasse), den ich mir mit 11 ausgedacht hatte! In So springt man nicht mit Pferden um, dem fünften Lilliband, stecken außerdem ein paar Ideen aus einer Geschichte, die ich mit 10 geschrieben habe („Die Pferdebande“).

Möchtest du in Zukunft ausschließlich Kinderbücher schreiben oder hättest du Lust, auch mal etwas für Jugendliche oder Erwachsene zu schreiben? Was gefällt dir am Schreiben von Kinderbüchern so gut?

Ich möchte am liebsten für alle schreiben! Im Frühjahr 2011 erscheint mein All-Age-Roman „Das Lied der Träumerin“. Darin geht es um ein 18-jähriges Mädchen, Angelia, das davon träumt, nach London zu gehen und Musikerin zu werden. Es ist eine ziemlich persönliche Geschichte. Ich habe selbst als Studentin zwei Jahre in London gelebt und in die Geschichte viel von meinem damaligen unbändigen Träumen und Hoffen und meine Liebe zur Musik einfließen lassen.

Es ist ja gar nicht so einfach, einen Verlag zu finden, der die eigenen Bücher veröffentlicht. Wie hat das denn bei dir geklappt?

Es war echt schwer. Erst nach insgesamt 24 Absagen habe ich eine Zusage bekommen (von Fischer Schatzinsel).

Als erfolgreiche Autorin zu arbeiten, bringt ja nicht nur das Schreiben mit sich. Wie gefällt dir die Zusammenarbeit mit dem Verlag? Machst du gern selbst Lesungen?

Ich bin sehr froh, beim Verlag Fischer Schatzinsel gelandet zu sein. Das Team dort gibt sich wirklich sehr viel Mühe, die bestmöglichen Bücher herauszubringen, und steckt viel Liebe in jedes Projekt. Außerdem ist meine Lektorin Simone Hennig die beste Lektorin auf der Welt! (Schöne Grüße )

Du hast früher mal als Übersetzerin und Lektorin gearbeitet. Vermisst du diese Arbeit oder füllt dich die Schriftstellerei vollkommen aus?

Ich wollte schon immer Schriftstellerin werden und Geschichten erzählen. Übersetzen und Lektorieren hat mir zwar auch Spaß gemacht, aber selber zu schreiben, ist noch viel schöner!

Das Interview führten Daniela Möhrke und die Kinderredaktion

Quelle: www.diekinderredaktion.de


Video-Interview mit Tanya Stewner
Mittwoch, 02. Juni 2010
Das Interview führte Simone Hennig.
"Die Bücherkinder"
Mittwoch, 12. Mai 2010
1.    Wie lange brauchen Sie, um ein Buch zu schreiben?

Für ein Liliane-Susewind-Buch brauche ich etwa zwei Monate. Früher habe ich länger gebraucht, aber ich werde mit jedem Buch schneller. Für ein Jugend- oder Erwachsenenbuch benötige ich aber natürlich mehr Zeit – die sind ja auch dicker!

2.    Wissen Sie am Anfang der Geschichte schon, wie sie enden wird?

Ja, ich mache immer erst ein Exposé, bevor ich zu schreiben anfange. Das heißt, dass ich die komplette Geschichte schon im Kopf habe, wenn ich den ersten Satz schreibe.

3.    Wo bekommen Sie die Ideen für Ihre Bücher her?

Von oben. :)

4.    An welchem Ort schreiben Sie?

Am liebsten im Freien unter einem Baum oder auf dem Balkon. Im Winter schreibe ich in meiner Schreibecke, auf einem alten Sofa mit dem Laptop auf dem Schoß.

5.    Welches Ihrer geschriebenen Bücher ist Ihr persönlicher Liebling?

Eigentlich immer das, das ich gerade schreibe. Aber mein Buch, „Das Lied der Träumerin“, das im Frühjahr 2011 erscheint, liegt mir ganz besonders am Herzen, weil es sehr persönlich ist und weil ich es mit sehr viel Herzblut geschrieben habe. Ein Buch für Träumer …

6.    Was wollten Sie als Kind gerne werden?

Schriftstellerin. Seit meinem zehnten Lebensjahr war es immer mein großer Traum, Bücher zu schreiben.

7.    Waren Sie früher in der Schule gut in Deutsch?

Ab der fünften Klasse hatte ich immer eine Eins. Vorher, in der Grundschule, war ich allerdings ziemlich schlecht … in allen Fächern.

8.    An welches Buch aus Ihrer Kindheit können Sie sich besonders gut erinnern?

„Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende. Ich war fasziniert davon, dass das, was Bastian da liest, im gleichen Moment wirklich irgendwo geschieht.

9.    Was lesen Sie gerade?

Mehrere Bücher gleichzeitig: „Lucian“ von Isabel Abedi, „Handbuch des Kriegers des Lichts“ von Paulo Coelho und „Tag und Nacht“ von Virginia Woolf.

10.    Welchen Film haben Sie zuletzt im Kino gesehen?

„Avatar“, mit 3-D-Brille. War super!

11.    Was war der peinlichste Moment in Ihrem Leben?

Jedes Mal, wenn ich in der Grundschulzeit etwas Vorlesen musste, war das unglaublich peinlich, weil ich dann immer angefangen habe zu stottern und keinen Ton mehr rausbekommen habe. Schon verrückt, dass ich heute Lesungen im ganzen Land halte …

12.    Mit wem würden Sie gerne einen Tag den Platz tauschen?

Eigentlich finde ich mein eigenes Leben so spannend, dass ich keinen Tag davon verpassen möchte. :-)

13.    Können Sie diesen Satz für uns beenden? Es war einmal ...

… ein Frosch, der glaubte, er sei ein Vogel. Und weil er wirklich von ganzem Herzen daran glaubte, wuchsen ihm eines Tages Flügel und er flog quietschend vor Glück davon …

Das Interview führte Stefanie Leo

Quelle: www.buecherkinder.de

"Liliane-Susewind.de"
Montag, 15. März 2010
Frage:    Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?
Antwort:    Seit ich zehn Jahre alt war und meine ersten Geschichten geschrieben habe, war es mein großer Traum, Schriftstellerin zu werden.

Frage:    Haben Sie schon immer gerne geschrieben?
Antwort:    In der Grundschule hatte ich große Probleme mit dem Lesen und Schreiben, aber ab der fünften Klasse hat sich das komplett geändert und ich hatte plötzlich unglaublich viel Spaß daran.

Frage:    Wo schreiben Sie am liebsten?
Antwort:    Im Freien! Unter einem Baum, im Garten auf der Wiese oder auf dem Balkon. Im Winter sitze ich in meiner Schreibecke auf einem alten Sofa unter dem Dach und schaue beim Schreiben durch das Dachfenster in den Himmel.

Frage:    Wann schreiben Sie am liebsten?
Antwort:    Tagsüber, wenn viel Licht ist.

Frage:    Machen Sie sich einen richtigen Zeitplan zum Schreiben?
Antwort: Ich halte mir in meinem vollen Terminkalender „Schreibtage“ frei. Auf diese Tage freue ich mich immer ganz besonders.

Frage:    Wie schreiben Sie Ihre Ideen nieder? Am Rechner, in ein Notizheft etc.?
Antwort:    Eigentlich schreibe ich am liebsten mit der Hand auf Papier. Aber leider muss man das dann hinterher alles abtippen, und das ist eine Mordsarbeit. Deswegen arbeite ich inzwischen immer direkt am Computer.

Frage:    Warum schreiben Sie gerne Kinderbücher?
Antwort:    Bei Kinderbüchern kann man seine Phantasie am besten ausleben und magische Elemente mit hinein nehmen, die in Erwachsenenbücher nicht so gut passen würden. Ich schreibe trotzdem auch gern Bücher für Erwachsene. Da kann ich sehr viel von mir selbst und meinen Gedanken und Gefühlen einbringen.

Frage:    Wie lange benötigen Sie, um eine Liliane Susewind-Geschichte zu schreiben?
Antwort:    Etwa drei Monate.

Frage:   Was fasziniert Sie am Schreiben?
Antwort:    Ich liebe es, mich hinzusetzen und einer Geschichte, die in meinem Kopf herumspukt, freien Lauf zu lassen. Dabei kann ich das zu Papier bringen, was in meinem Herzen und in meinem Kopf ist. Manchmal merke ich dabei gar nicht, wie die Zeit vergeht, und bin stundenlang so vertieft in meine Geschichte, dass ich nicht einmal die Türklingel höre.

Frage:    Was machen Sie gerne, wenn Sie gerade nicht schreiben (Hobbys)?
Antwort:    Musik ist meine zweite große Leidenschaft. Zusammen mit meinem Mann Guido schreibe ich eigene Lieder. Meistens spielt er Gitarre und ich singe dazu.

Frage:    Was ist Ihr Lieblingsessen? Ihr Lieblingsort? Ihr Lieblingsfilm?
Antwort:    Ich liebe Mangos. Mein Lieblingsort ist London, mein Lieblingsfilm ist Disneys „Dschungelbuch“.

Frage:    Was raten Sie jungen Schreibern?
Antwort:    Schreibt das, was aus euch raus will, und nicht das, was anderen gefallen würde.

Das Interview führte Simone Hennig

Quelle: www.liliane-susewind.de

Mittwoch, 10. Februar 2010
die-blaue-seite.de: Hätten Sie damit gerechnet, dass Liliane Susewind so ein Erfolg werden würde?

Tanya Stewner: Mit solch einem Erfolg konnte natürlich niemand rechnen. Allerdings gab es schon früh tolle Reaktionen auf das Lilli-Manuskript, und ich hatte gehofft, dass das Buch auf die breite Leserschaft ähnlich wirken würde wie auf meine „Testleser“. Es war allerdings sehr schwer, einen Verlag zu finden. Ich habe viele Absagen bekommen, bevor es irgendwann dann doch geklappt hat.
 
die-blaue-seite.de: Was mögen Sie besonders an Lilli?

Tanya Stewner: Lilli ist trotz ihrer Besonderheit, mit Tieren sprechen zu können und Pflanzen zum Blühen zu bringen, eigentlich ein ganz normales Mädchen. Sie hat die gleichen Probleme und Ängste wie andere in ihrem Alter auch. Aber durch ihre Gabe ist natürlich gar nichts normal in ihrem Leben. Ich glaube, diese Mischung gefällt mir an ihr am besten. (Außerdem wollte ich früher auch immer solche Locken haben wie Lilli.)
 
die-blaue-seite.de: Ich bin ein großer Fan der Reihe und finde es besonders gut, dass die Tiere in den Büchern so sind wie echte Tiere. Zwar lustig und witzig, aber sie bleiben dabei Tiere und sind nicht wie Menschen. Schreiben Sie immer über Ihre Lieblingstiere?

Tanya Stewner: Ich suche für jeden Lilli-Band ein neues Haupttier aus, das ich selbst gern mag. So kann ich mir am leichtesten Geschichten dazu ausdenken. Ich versuche bei den Tierbeschreibungen außerdem, typische Verhaltenweisen der Tiere beizubehalten Der Hund Bonsai hebt z.B. überall das Bein, die Katze Frau von Schmidt putzt sich gern das Fell etc. Aber dadurch, dass ich ihnen Worte in den Mund lege, sind sie natürlich schon ein wenig vermenschlicht. Ich bemühe mich aber, sie trotzdem Tier sein zu lassen.
 
die-blaue-seite.de: Lilli ist ja im ersten Band sehr schüchtern und wird in den Folgebänden durch die Dinge, die sie erlebt, immer mutiger. Sind Sie selbst mutig oder schüchtern?

Tanya Stewner: Ich war zu meiner Grundschulzeit ziemlich schüchtern und auf der Gesamtschule eher angepasst. Erst auf der Uni, während des Studiums, habe ich gemerkt, dass das Leben viel intensiver und interessanter wird, wenn man öfter mal ein wenig mutig ist. Mutig zu sein bedeutet für mich auch, dazu zu stehen, was und wie man ist – auch wenn man nicht „reinpasst“. Darum geht es ja auch in den Lilli-Büchern.
 
die-blaue-seite.de: Im dritten Lilli-Band spielt ein Mädchen im Rollstuhl mit. Das fand ich sehr gut. Wie kamen Sie auf die Idee?

Tanya Stewner: In den Lilli-Büchern kommen oft Figuren vor, die nicht der so genannten Norm entsprechen. Lillis Vater ist Hausmann, Lillis Mutter Karrierefrau, Lillis Oma Technikfreak, der Bürgermeister aus dem Dörfchen der Nordsee ist ein Italiener, die Eltern der neuen Mitschülerin aus dem Pferde-Band sind ein lesbisches Ehepaar, und die Heldin aus dem Delphin-Band sitzt im Rollstuhl. Mir macht es einfach Spaß, das Gewohnte und Normale auf den Kopf zu stellen und es dadurch zu hinterfragen. Das ist die Lilli-Philosophie.
 
die-blaue-seite.de: Werden Lilli und ihr bester Freund Jesahja sich in irgendwann mal ineinander verlieben?

Tanya Stewner: Das werde ich oft gefragt, aber eigentlich habe ich das nicht geplant. Sie sind einfach richtig gute Freunde, und das ist meist viel mehr wert als ein kurzes Verknalltsein.
 
die-blaue-seite.de: In den Lilli-Büchern geht es auch oft um Tierschutz. Sind Sie selbst Tierschützerin?

Tanya Stewner: Ja, ich bin Mitglied in mehreren Tierschutzorganisationen.
 
die-blaue-seite.de: Haben Sie selbst Tiere? Wenn ja, welche?

Tanya Stewner: Leider nein! Ich hätte sehr gern einen Hund, aber ich bin so viel unterwegs, dass ich mich nicht regelmäßig um ihn kümmern oder mit ihm Gassi gehen könnte.
 
die-blaue-seite.de: Haben Sie noch einen anderen Beruf oder sind Sie nur Schriftstellerin?

Tanya Stewner: Mittlerweile bin ich nur noch Schriftstellerin. Dafür bin ich sehr dankbar, denn Bücherschreiben war immer mein Traumberuf, und ich bin sehr froh, dass ich ihn nun mit Herz und Seele leben kann. Früher habe ich Romane vom Englischen ins Deutsche übersetzt.
 
die-blaue-seite.de: Kommt Lilli so wie „Tintenherz“ irgendwann mal ins Kino?

Tanya Stewner: Das ist sehr gut möglich. Aber Genaueres darf ich noch nicht verraten. ;)
 
die-blaue-seite.de: Was war die verrückteste Frage, die Ihnen mal in einem Interview gestellt wurde?

Tanya Stewner: Bei einer Lesung hat mich mal ein Junge gefragt, ob ich selbst mit Tieren sprechen könnte. Als ich „Leider nein“ sagte, erzählte er mir, dass er mit Tieren sprechen könne und sich jeden Tag mit seinem Meerschweinchen unterhält.
 
die-blaue-seite.de: Sind die Lilli-Bücher auch für Jungs?

Tanya Stewner: Ja! Lilli ist zwar die Hauptfigur, aber ihr bester Freund Jesahja spielt eine ebenso große Rolle wie sie. Deswegen sind die Bücher genauso für Jungs wie für Mädchen.
 
die-blaue-seite.de: Gibt es die Lilli-Bücher auch im Ausland?

Tanya Stewner: Ja! Bald wird Lilli auf Französisch, auf Schwedisch, Japanisch und auf Koreanisch erscheinen. Vielleicht kommen auch noch mehr Länder dazu. Das würde mich natürlich sehr freuen!
 
Das Interview führte Marie Celicz
Foto: Martin Gries

Quelle: www.die-blaue-seite.de